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16. August 2026

Großeltern interviewen: 40 Fragen zur Familiengeschichte

von MagazinForYou Redaktion

Fast jede Familie hat Geschichten, die genau eine Generation lang existieren. Wer sie nicht aufnimmt, verliert sie vollständig – meist ohne zu merken, wie viel es war. Ein Gespräch von zwei Stunden reicht, um das Wichtigste zu sichern.

Vorbereitung

Kündige das Gespräch an, statt spontan zu fragen. Viele ältere Menschen halten ihr Leben für uninteressant und brauchen einen Moment, um sich auf die Rolle einzustellen. Ein Satz reicht: „Ich möchte gern aufschreiben, wie es früher war – hättest du nächste Woche Zeit dafür?"

Nimm das Gespräch auf. Ein Handy mit Diktierfunktion reicht völlig. Mitschreiben unterbricht den Erzählfluss und du verlierst die Stimme – die später oft mehr wert ist als der Inhalt.

Die 40 Fragen

Kindheit und Herkunft

  1. Wo bist du aufgewachsen und wie sah es dort aus?
  2. Wie war eure Wohnung?
  3. Was hast du als Kind am liebsten gespielt?
  4. Wer waren deine Freunde?
  5. Wie war die Schule?
  6. Was gab es zu essen, wenn es etwas Besonderes gab?
  7. Woran erinnerst du dich beim Wort Weihnachten?
  8. Welche Aufgaben hattest du zu Hause?
  9. Wovor hattest du Angst?
  10. Was war dein schönster Kindheitsmoment?

Eltern und Familie

  1. Wie waren deine Eltern als Menschen?
  2. Was hast du von ihnen übernommen?
  3. Was wolltest du anders machen?
  4. Was weißt du über deine Großeltern?
  5. Gab es Geschichten, die in der Familie immer wieder erzählt wurden?
  6. Welche Gegenstände sind in der Familie weitergegeben worden?
  7. Wie wurde bei euch gestritten?
  8. Wie wurde Nähe gezeigt?

Jugend und junge Jahre

  1. Was wolltest du werden?
  2. Wie war dein erster Arbeitstag?
  3. Was hast du mit dem ersten selbstverdienten Geld gemacht?
  4. Wie war die Musik damals?
  5. Was war dein erstes eigenes Zimmer oder deine erste Wohnung?
  6. Welche Entscheidung hat dein Leben verändert?
  7. Was war die verrückteste Sache, die du gemacht hast?

Liebe und Partnerschaft

  1. Wie habt ihr euch kennengelernt?
  2. Was hast du zuerst gedacht?
  3. Wie war eure Hochzeit?
  4. Was war eure schwerste gemeinsame Zeit?
  5. Was hält eine Ehe zusammen?
  6. Was würdest du jungen Paaren heute sagen?

Rückblick

  1. Was war die größte Veränderung, die du erlebt hast?
  2. Worauf bist du stolz?
  3. Was bereust du?
  4. Was hast du spät gelernt?
  5. Was war die schwerste Zeit deines Lebens?
  6. Was hat dir dabei geholfen?
  7. Was weißt du heute über Glück?
  8. Was möchtest du, dass wir nicht vergessen?
  9. Gibt es etwas, das du nie erzählt hast?

So führst du das Gespräch

  • Nicht alle Fragen abarbeiten. Zehn bis fünfzehn pro Termin reichen. Lieber zwei Gespräche als eines mit erschöpftem Ende.
  • Nachfragen statt weiterspringen. Die zweite Nachfrage bringt fast immer mehr als die nächste Frage.
  • Pausen aushalten. Stille bedeutet meist, dass gerade etwas gesucht wird.
  • Fotos danebenlegen. Alte Bilder öffnen Erinnerungen, die keine Frage erreicht.
  • Schwere Themen nicht erzwingen. Wenn jemand abbiegt, akzeptiere das – oft kommt es später von selbst.

Was du danach damit machst

Eine Audiodatei allein wird selten wieder angehört. Was funktioniert: die wichtigsten Antworten abtippen, mit alten Fotos kombinieren und drucken. In dieser Form wird daraus etwas, das die ganze Familie liest – und ein Geschenk, das an Großeltern selbst zurückgeht. Ein personalisiertes Magazin eignet sich dafür gut, weil sich Text und Bilder abwechseln lassen.

Sichere zusätzlich die Originalaufnahme an zwei Orten. Sie ist unersetzlich.

Häufige Fragen

Was, wenn jemand nicht erzählen möchte?

Fang mit Konkretem an – einem Foto, einem Gegenstand, einem Ort. Offene Lebensfragen wirken auf viele zu groß.

Wie lange sollte ein Gespräch dauern?

60 bis 90 Minuten. Danach lässt die Konzentration bei den meisten deutlich nach.

Sollte man Video aufnehmen?

Video wirkt später stärker, macht viele Menschen aber befangener. Im Zweifel Audio – die Hemmschwelle ist deutlich niedriger.

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